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Was passiert mit Strafzetteln aus dem Ausland

Wer mit dem Auto im Ausland unterwegs ist, muss genau wie auf unseren Straßen bei Übertreten von Verkehrsregeln mit Strafzetteln rechnen. In Zeiten der Europäischen Union und des Internets bleiben solche Sünden leider nicht mehr in den Ländern, wo sie begangen wurden. Mit anderen Worten muss man damit rechnen, dass man nach dem Urlaub irgendwann Post aus dem Ausland bekommt. Keinesfalls sollte man solche Strafzetteln einfach ignorieren und wegschmeißen.

Kommt die Post aus Österreich oder den Niederlanden, muss man mit einem Mahnverfahren rechnen, wenn man die Strafe nicht sofort bezahlt. Mit diesen beiden Ländern gibt es ein Vollstreckungsabkommen und die Ämter unterstützen sich über die Grenzen hinweg bei solchen Fällen. Mit anderen EU-Ländern gibt es solche Abkommen zwar noch nicht, doch ab Oktober 2010 können Knöllchen über 70 Euro ebenfalls über die Grenzen hinweg vollstreckt werden. Bis dahin genießen Verkehrssünder gewissermaßen noch eine Schonfrist, doch sollte man deshalb nicht denken, man könne nun Rasen und brauche sich um keine Regel mehr zu kümmern. Viele Länder führen Sünderkarteien ganz ähnlich wie dem deutschen Register in Flensburg.

Dennoch unterscheiden sich die Systeme in den einzelnen Ländern von einander. Frankreich, Spanien, Italien, Luxemburg und Tschechien haben zum Beispiel ein Konto mit Pluspunkten für jeden Autofahrer, auch für die ausländischen. Bei einem Verstoß gegen Verkehrsregeln werden Punkte abgezogen, rutscht man ins Minus, kann sogar der Führerschein in dem jeweiligen Land entzogen werden, was dann allerdings nicht hier in Deutschland gilt.

Wenn man nach dem Auslandsaufenthalt nach Hause kommt und einen Bußgeldbescheid im Briefkasten findet, sollte man sich genau informieren. Wenn man die Bescheid einfach ignoriert, kann es zu erheblichen Schwierigkeiten bei einer zukünftigen Wiedereinreise in das betreffende Land geben. Die Schweiz steckt säumige Verkehrssünder sogar schon mal einige Tage ins Gefängnis, wenn die Vollstreckung eines Knöllchen erfolglos war. Das ist nicht nur in der Urlaubszeit natürlich eine Horrorvorstellung.

Quelle: bild.de
Bild: erysipel (Pixelio)

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