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Verkehrssicherheit: Weltweit 1,24 Millionen Verkehrstote

Einer aktuellen Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge starben 2010 auf den Straßen weltweit rund 1,24 Millionen Menschen. Die Zahlen des kürzlich veröffentlichten Berichts verdeutlichen, wie sehr sich die Verkehrssicherheit in der verschiedenen Mitgliedstaaten unterscheidet.

Während beispielsweise in hochindustialisierten Ländern wie Deutschland die Zahl der Verkehrsopfer auf ein historisches Tief sank, sind in Entwicklungsländern die Verkehrsteilnehmer wesentlich stärker gefährdet. Ein Beispiel: In Angola leben etwa 19 Millionen Einwohner, in Deutschland rund 63 Millionen mehr. Trotzdem sind 2010 bei Verkehrsunfällen im afrikanischen Staat mehr Menschen ums Leben gekommen (4143 Personen) als hierzulande mit 3648 Toten.

Ob und wie die zentralen Punkte der Verkehrssicherheit reglementiert sind – davon hängt das Gefahrenpotential auf der Straßen ab. Die UN-Behörde zählt dazu die Anschnallpflicht, Strafen für Alkohol am Steuer und Rasen, Kindersicherungen sowie die Helmpflicht für Motorradfahrer. Laut der Untersuchung erfüllen von insgesamt 182 Staaten nur 28 die von der WHO geforderten Standards - darunter auch Deutschland. In Teilen Afrikas und Südostasiens herrscht nicht mal Gurtpflicht.

Laut der Untersuchung der WHO leben Fußgänger und Radfahrer besonders gefährlich. Auf diese Gruppe entfallen 31 Prozent der Opfer. Die Altersgruppe zwischen 15 Jahren und 44 Jahren ist aus demographischer Sicht am meisten bedroht, auf diese Gruppe entfallen 54 Prozent aller Verkehrstoten. Davon sind wiederum 75 Prozent Männer. Außerdem ist die Sterblichkeit in Ländern mit geringem und mittlerem Volkseinkommen doppelt so hoch wie in Ländern mit hohem Volkseinkommen.

Die WHO befürchtet, dass mit wachsendem Verkehrsaufkommen die Zahl der weltweiten Verkehrstoten bis 2020 auf 1,9 Millionen steigen wird, falls es nicht gelingen sollte, zentrale Sicherheitsstandards und gesetzliche Regelungen auf breiter Front innerhalb der Mitgliedsländer zu etablieren. Ein umfangreiches Programm, das bereits 2011 gestartet ist, soll dem entgegenwirken.

Dabei soll unter anderem das Sicherheitsmanagement in unterentwickelten Ländern gefördert werden, sowie die Entwicklung sicherer Straßen und Fahrzeuge. Diese Engagement hat sich bis jetzt gelohnt: In 40 von 48 Mitgliedsstaaten der WHO in Europa sank 2012 die Zahl der Opfer des Straßenverkehrs innerhalb von drei Jahren um ein Viertel auf 92 000 Tote.

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