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Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort - Unfallflucht und ihre Folgen

Wer sich nach einem Unfall vom Unfallort entfernt, begeht Unfallflucht. Dabei muss man gar nicht am Steuer eines Fahrzeugs gesessen haben. Auch wenn man als Radfahrer, Beifahrer oder Fußgänger zu einem Verkehrsunfall beigetragen hat, muss man an der Unfallstelle warten und dem Geschädigten des Unfalls die Feststellung der eigenen Person, des Fahrzeugs und der Art der Beteiligung am Unfall ermöglichen.

Laut Straßenverkehrsrecht ist es dabei nicht ausreichend, einen Zettel mit Namen und Anschrift zu hinterlassen. Denn auf diese Weise kann später nicht mehr festgestellt werden, on eventuell Alkohol oder Drogen im Spiel waren. Wie lange man am Unfallort warten muss, ist leider nicht eindeutig geklärt. Um sich nicht wegen Unfallflucht strafbar zu machen, sollte man mindestens eine halbe Stunde warten und spätestens dann die Polizei verständigen.

Wie der Verkehrspsychologe Ralf Rieser erklärt, handelt es sich bei Unfallflucht oft um eine unbewusste 'schockbedingte Fluchtreaktion'. Wer sich innerhalb von 24 Stunden nach der Tat bei der Polizei melde, könne aber noch auf einen milden Richter oder gar auf Straffreiheit hoffen. Ist diese Frist verstrichen oder spätestens sobald der Unfall in den Akten steht, kann gegen den Unfallverursacher ermittelt werden.

Die rechtlichen Folgen einer Unfallflucht sind erheblich. Die Strafe für das unerlaubte Entfernen vom Unfallort kann neben einer Geldstrafe auch 7 Punkte in Flensburg beinhalten und den Entzug der Fahrerlaubnis. Außerdem kann die Haftpflichtversicherung von der Leistungspflicht bis zu 2500 Euro befreit werden, so dass der Unfallverursacher die Kosten für die Reparatur des gegnerischen Fahrzeugs in dieser Höhe übernehmen muss.

Noch gravierender sind die Folgen von Unfallflucht, wenn bei dem Unfall Menschen zu Schaden gekommen sind. Dann kann das unerlaubte Entfernen vom Unfallort bis zu drei Jahren Haft nach sich ziehen. Unfallflucht mit tödlichem Ausgang kann sogar als unterlassene Hilfeleistung, Totschlag oder sogar als Mord gewertet werden.

Quelle: n-tv.de, anwalt24.de
Bild: saikimecky (Flickr)

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