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Reifenlabel: Die richtigen Reifen für das Auto finden

Die richtigen Reifen für den eigenen Wagen zu finden, kann schwer genug sein. Abgesehen von unterschiedlichen Spezifikationen je nach Wagen gibt es auch bisher kein einheitliches Gütesiegel. Zwar werden insbesondere Winterreifen mit verschiedenen Zeichen markiert, aussagekräftig sind diese bisher aber nicht.

Jetzt gibt es ein EU-Reifenlabel und alles soll besser werden.

Allgemeine Skepsis

Das neue Reifenlabel soll Kunden helfen, die Qualität der Reifen zu beurteilen. Dabei orientiert sich die Kennzeichnung an der Markierung, die wir jetzt von Kühlschränken und anderen Elektrogeräten kennen: Statt der dort etablierten Energieeffizienzklasse für den Stromverbrauch weisen die neuen Reifenlabel unter anderem darauf hin, welchen Widerstand die Reifen verursachen. Der Rollwiderstand lässt sich dann direkt in den Benzinverbrauch umrechnen und dieser soll - wer hätte das gedacht - möglichst niedrig sein. A steht dabei (grün markiert) für einen besonders niedrigen Verbrauch und möglich ist eine Abstufung bis zu G - in rot. Da sich hierbei 7,5% Kraftstoffverbrauch-Unterschiede ergeben, kann sich ein Blick auf diesen Wert schon lohnen.

Eine weitere Kategorie: Bremseigenschaften auf nasser Fahrbahn. Auch hier sind die Reifen von A bis G markiert und die beste Kategorie bedeutet einen kurzen Bremsweg - hier machen die Klassenunterschiede zwischen schlechten und guten Reifen bis zu mehr als 15m des Bremswegs aus - jeder der Meter kann entscheidend sein.

Die dritte Kategorie behandelt die Geräuschentwicklung durch einen Reifen. Das kann gerade bei langen Autofahrten wichtig sein: hohe Markierungen bedeuten um ein vielfaches mehr Lautstärke als Reifen mit wenigen Strichen.

Schon die Zahl der Marker bedeutet hier eine gewisse Verwirrungsmöglichkeit: Ist nun ein Reifen mit der Kategorie A, B, ein Strich besser oder schlechter als einer mit B, A, ein Strich?

Kritik an der Einsichtigkeit

Die neuen Reifenlabel berücksichtigen aber längst noch nicht alle wichtigen Eigenschaften eines Reifens. Fahrstabilität, Aquaplaning und andere Ausnahmesituationen bleiben unberücksichtigt. Ein weiterer Nachteil der aktuellen Regelung: Die Firmen testen ihre Reifen selbst und markieren sie entsprechend ihrer internen Tests. Zwar wird kaum eine größere Firma das Risiko eingehen, diese Werte zu fälschen, zu Ungenauigkeiten kann es trotzdem kommen.

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