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Neues Mikroauto: VW Nils

Auf der am 15. September in Frankfurt beginnenden Internationalen Automobilausstellung IAA stellt VW den Kleinstwagen Nils als Konzeptstudie vor. Fast zehn Jahre nach dem denkwürdigen Auftritt des damaligen Konzernchefs Piech der zur VW-Hauptversammlung etwas mühsam aus dem Mikrowagen L1 kletterte, wird in Frankfurt ein Einsitzer präsentiert, der als Zukunft der urbanen Pendler dargestellt wird. Der niedrige Nils ist nur 1,39 Meter breit und 3,04 Meter lang. Durch die Aluminiumkarosserie ist der Wagen auch sehr leicht: Er kommt nur auf rund 460 Kilogramm. Großer Vorteil im Vergleich zum Vorgänger L1: Die Flügeltüren machen das Einstiegen deutlich leichter.

Nils ist mit einem Elektromotor unter der Haube ausgestattet, der von einem Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 5,3 kWh gespeist wird. Der Motor ist 15 kW stark – kurzzeitig sind sogar 25 kW abrufbar. Der Wagen erreicht eine Geschwindigkeit von 130 km/h und schafft eine Fahrstrecke von rund 60 km, bevor der Anschluss an die Steckdose fällig wird. Nach zwei Stunden an der Haussteckdose ist der Akku wieder vollständig aufgeladen.

Mit Nils reagiert VW auf neue Studien, die besagen, dass besonders viele junge Menschen Autos nicht mehr als Statussymbole betrachten. Sie werden eher als Transportmittel gesehen, die praktisch und sparsam sein sollen. Gleichzeitig führen immer strengere Emissionsauflagen dazu, dass Autohersteller verstärkt in genügsame Kleinstwagen investieren. Das Nischensegment wird so zu einem schnell wachsenden Markt: Die Unternehmensberatung Sullivan & Frost rechnet mit einem starken Anstieg der Absatzzahlen für Mikroautos (maximal 3,40 Meter lang und 1.100 kg schwer). Von europaweit 37.000 in diesem Jahr könnte sich der Absatz bis zum Jahr 2017 verachtfachen auf rund 280.000 – angeschoben durch grünere Politik, die durch gesonderte Fahrspuren oder kostenloses Parken für Mikroautos zu besseren Verkaufszahlen beitragen könnte. Besonders in Großstädten wie Berlin, London, Paris und Madrid sieht die Studie großes Potenzial. Ob und wann diese Konzeptfahrzeuge tatsächlich in Serie gehen ist jedoch bislang noch offen.

Quelle: zeit.de

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