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Münster: Neue Spiegel-Ampel soll Radfahrer retten

Die Fahrradstadt Münster wird ab heute als erste deutsche Stadt ein neues Verkehrssystem testen, mit dem die Radfahrer-Unfälle an Kreuzungen gesenkt werden sollen. Es handelt sich um einen Spiegel, der unter Ampeln angebracht ist und Bus- sowie Lkw-Fahrern ermöglicht, unsichtbare Bereiche am Straßenrand zu sehen.

Allein in Nordrhein-Westfalen verunglücken jedes Jahr gut 500 Radfahrer, weil die Fahrer von Autos, Bussen und Lastwagen sie beim Abbiegen übersehen. Das nordrhein-westfälische Innenministerium vermutet, dass die Ursache dieser Unfälle häufig der tote Winkel gewesen sein dürfte. Die neue Spiegel-Ampel wird in Münster vorerst an zwei Stellen getestet. Das gleich System wird in den Niederlanden bereits erfolgreich eingesetzt.

Verkehrsfachleute wollen in Berlin außerdem darüber beraten, wie Autofahrer, Fußgänger und Radler gemeinsam öffentliche Räume ganz ohne Verkehrsschilder und Ampel besser nutzen können. An diesem Wochenende ist das Konzept des sogenannten Shared Space Thema eines bundesweiten Umwelt- und Verkehrskongresses. In Deutschland sind es schon 40 Städte, die dieses Verkehrskonzept für mehr gegenseitige Rücksichtnahme testen.

Anja Hänel vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Natürlich ist nicht jede Durchgangsstraße dafür geeignet. Aber an platzähnlichen Situationen mit hoher Aufenthaltsqualität funktioniert es sehr gut". Tempolimit 30 sei jedoch Voraussetzung.

Dabei sei wichtig, den gemeinsam genutzten Raum von normalen Straßen optisch abzutrennen: "Zum Beispiel durch einen anderen Pflasterbelag und den Verzicht auf klar abgetrennte Wege für Autos, Radler oder Fußgänger", sagte Hänel. Jeder bewege sich somit automatisch aufmerksamer. Am Alexanderplatz in Berlin sei ein solcher Ort bereits entstanden, auch in Aachen oder am Duisburger Opernplatz funktioniere die Idee: "Es ist nicht nur für Kleinstädte gedacht."

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