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Meldestelle für Benzinpreise - so finden Autofahrer die billigste Tankstelle

Das Bundeskartellamt hat eine Meldestelle für Benzinpreise eröffnet. Damit können deutsche Autofahrer die Spritpreise an Tankstellen leichter miteinander vergleichen. Verbraucherschützer warnen aber vor zu viel Enthusiasmus.

Am Donnerstag startete das Bundeskartellamt die "Markttransparenzstelle für Kraftstoffe" - Autofahrer sollen so künftig leichter die Preise von Benzin vergleichen können. Die Einrichtung erfasst deutschlandweit die Kraftstoffpreise von Super (E 5 und E 10) und Diesel an über 13 100 Tankstellen. Die übrigen 14 500 deutschen Tankstellen sollen in Kürze folgen. Kartellamtschef Andreas Mundt sagte, dass der Preisvergleich dem Verbraucher "Waffengleichheit mit der Mineralölindustrie" verschaffe und den Wettbewerb ankurbeln werde.

Die Preisinfos kann man über das Internet, Smartphone-Apps und Navigationssysteme abrufen, zunächst bei den vier Anbietern ADAC, clever-tanken.de, mehr-tanken.de und spritpreismonitor.de. In den kommenden Wochen sollen noch acht Dienste folgen und es gibt etwa 100 weitere Interessenten für die Verbreitung der Daten. Das Bundeskartellamt reicht die Daten kostenlos weiter, den Informationsdiensten ist es aber gestattet, für den Datenabruf Geld zu verlangen.

Verbraucherschützer halten die "Markttransparenzstelle für Kraftstoffe" für durchaus begrüßenswert, sie sei aber kein "Wundermittel für niedrige Benzinpreise". Martin Klug, der für Mobilität zuständige Referent der Verbraucherzentrale NRW, sagte: "Wir werden nicht erleben, dass jetzt auf einmal die Preise purzeln."

Laut Klug helfe die bessere Preisübersicht dem Verbraucher und sorge so für mehr Wettbewerb. Alles in allem sei die Neuerung positiv: "Das stärkt die Position der Verbraucher." Klug schränkt seinen Optimismus aber ein: Für die Preismeldungen gelte eine Fünf-Minuten-Frist - es sei also nicht sicher, ob der günstigste Preis auch dann noch gültig ist, wenn der Autofahrer an der Tankstelle ankommt. Außerdem seien die Spielräume für Preissenkungen an Tankstellen sehr gering. "Die Verbraucher müssen dann selbst abwägen, ob sich der Umweg zur billigeren Tankstelle lohnt. 15 Kilometer mehr für ein bis zwei Cent Ersparnis pro Liter sind nicht unbedingt ein gutes Geschäft,", erklärt Klug. Aus Sicht der Verbraucher sei es zudem bedauerlich, dass weder Autogas noch Erdgas erfasst würden.

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