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Kommt bald der Senioren TÜV?

In Menden im Sauerland kam es kürzlich zu einem schrecklichen Verkehrsunfall. Während ein Schützenumzug durch das Dorf marschierte, warteten die Autofahrer in einer Schlange, bis für sie die Durchfahrt wieder möglich sein würde. Ein 79-jähriger hat aus bislang unbekanntem Beweggrund diese Warteschlang verlassen und ist in den Schützenumzug gerast. Zwei Menschen kamen bei diesem Vorfall ums Leben, den sich nun einige Politiker zum Anlass nehmen, um eine Debatte über die Fahrtauglichkeit älterer Menschen zu eröffnen.

Aus Reihen der Grünen und der Linken werden Forderungen laut, nach denen Senioren sich einer regelmäßigen Untersuchung zu stellen haben, wenn sie im hohen Alter noch ihren Führerschein benutzen wollen. CDU und FDP lehnen dieses Ansinnen strikt ab. Aus Sicht der Befürworter einer solchen Untersuchung oder eines Tests macht das vor allem deshalb Sinn, weil in den kommenden Jahren die Bevölkerung immer stärker altert und der Anteil der Autofahrer in höherem Alter stetig zu nimmt. Das man im Alter irgendwann mit abnehmender Reaktionsfähigkeit und Aufmerksamkeit zu kämpfen hat, ist sicherlich kein Geheimnis.

Ob das allerdings in einem so starken Umfang der Fall ist, dass man nach jahrzehntelanger Erfahrung im Straßenverkehr plötzlich nicht mehr in der Lage sein soll, ein Fahrzeug zu führen, ist eine andere Sache. Statistiken geben im Augenblick noch keine verlässliche Auskunft über die Situation. Zwar liegt der Anteil der durch Senioren verschuldeten Unfälle mit 10% sehr niedrig, doch ist das eher ein Indiz dafür, dass ältere Menschen von ganz allein den Wagen lieber stehen lassen und weniger am Straßenverkehr teilnehmen. Vor der Bundestagswahl wird sich in dieser Hinsicht nicht mehr viel bewegen, denn als Wahlkampfthema ist der Senioren TÜV völlig ungeeignet. Es sei denn, eine Partei möchte es sich unbedingt mit den 20 Millionen Senioren in Deutschland verscherzen.

Quelle: autogazette.de
Bild: mahalie (Flickr)

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