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Klare Linien, konvexe Form - der Porsche 911 wird 50

Die Sportwagenikone Porsche 911 feiert ein Jubiläum: Seit einem halben Jahrhundert wird der Elfer gebaut und besticht noch immer mit seinen klaren Linien und der so typischen, schlichten Form.

Der Porsche 911 fasziniert schon die ganz Kleinen - das Besondere an dem lächelnden Sportwagen ist das über Jahrzehnte hinweg behutsam weiterentwickelte Grunddesign. Tony Hatter arbeitet seit rund 25 Jahren bei Porsche. Er erzählt: "Um einen Porsche 911 zu zeichnen, braucht man eigentlich nur zwei Striche." Hatter hat absolut Recht: Es sind genau diese klaren, einfachen Linien, die den Elfer so besonders machen. Und diese Grundidee hat sich bis heute gehalten.

Ferdinand Alexander "Butzi" Porsche hat einst die so perfekten Proportionen des 911er definiert. Wegen der technischen Vorgaben sind diese aber bereits in den 50er Jahren völlig aus dem Rahmen gefallen. Der Kölner Professor für Design, Paolo Tumminelli, erklärt: "Der 911er versinnbildlicht Ferdinand Porsches Ideal der Heckmotorkonstruktion, technisch obsolet – schon beim 356 – und deswegen einmalig. Daraus ergab sich um 1950 ein Novum und seit dem 911er eine ästhetische Besonderheit: Der 911 ist der einzige Sportwagen, der lächelt – weil ihm der sportwagentypische, aggressive Kühlergrill fehlt."

Um die Nachteile des abfallenden Hecks auszugleichen, benötigt der Elfer heute Spoiler. Diese wiederum will man bei Porsche dezent integrieren - sieht man mal von den ausdrücklich rennsportlichen Modellen ab. Das Heck des Elfers wuchs im Laufe der letzten drei Generationen immer höher und ermöglicht so die aerodynamisch nötige Abrisskante. Das Auto wurde mit der Zeit ebenso länger und breiter - insgesamt sind die Designer von Porsche aber behutsam mit dem Design-Konzept umgegangen und haben die traditionelle Form gekonnt in die Neuzeit transportiert. Der Wagen ist immer noch auf den ersten Blick als Elfer zu erkennen - eine Leistung, der Respekt gebührt. Eine so klare Formensprache über Generationen hinweg zu schützen und zeitgleich modernisieren, zeugt von klugen und wohl abgewägten Entscheidungen.

Auf Ferdinand Alexander Porsche folgten in der Unternehmensgeschichte nur drei weitere Designchefs: "Butzi" blieb bis 1971 bei Porsche. Tony Lapin übernahm daraufhin das Zepter der Kreativabteilung und dann folgte zwischen 1989 und 2004 Harm Lagaay. Seitdem ist Michael Mauer, ehemaliger Chefdesigner bei Saab, für die Form der Porsche-Modelle verantwortlich und dafür zuständig, sämtliche Modellreihen mit der "Porsche-DNA" zu versehen.

Das Design des Elfers ist und bleibt der Klassiker im Hause Porsche - die klare Linienführung ist aber nur eine Erfolgskomponente der Sportwagenikone: So stammt er ganz "demokratisch" vom VW ab, verfügt über familienfreundliche 2+2 Sitze, ist verhältnismäßig gut in der Energieeffizienz und äußerst langlebig - Werterhalt in Form und Funktion sozusagen. Herzlichen Glückwunsch Elfer!

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