Excite

Fast jeder zweite ignoriert Stopschilder

Dass fast jeder zweite Verkehrsteilnehmer Stopschilder ignoriert und nicht zum stehen kommt, hat eine Studie des Auto Club Europa (ACE) ans Tageslicht befördert. Da zerbrechen sich Legionen von Ingenieuren den Kopf darüber, wie man den Verkehr sicherer gestalten kann, da werden Autos in Hochsicherheitszonen verwandelt. Doch die Autofahrer selbst scheinen sich herzlich wenig um die Sicherheit im Straßenverkehr zu scheren.

In der Erhebung wurde von März bis Mai das Verhalten von etwa 320 000 PKWs, LKWs, Motorrädern, Mopeds und Fahrrädern an Ampeln und Stopschildern beobachtet, mit erschreckenden Ergebnissen. 5,6 Prozent der Verkehrteilnehmer ignorieren gelbe Ampeln und 2,6 Prozent ist es sogar egal, wenn die Ampel rot zeigt. Besonders Radfahrer tun sich hier unrühmlich hervor, 15 Prozent überfahren rote Ampeln und 62 Prozent ignorieren Stopschilder. Dabei bringen sie natürlich andere, aber vor allem auch sich selbst in erhebliche Gefahr.

Autofahrer scheinen sich vor allem über Stopschilder keine Gedanken machen zu wollen. Im Durchschnitt überqueren sie in den deutschen Städten zu 46,5 Prozent die durchgezogene Linie, ohne zum Stehen zu kommen. Bei einem Vergleich der Bundesländer liegt hier Thüringen mit 67 Prozent an erster Stelle. Dort möchte man besser nicht auf einem Rad eine Straße kreuzen, wo die anderen Verkehrsteilnehmer durch ein Stopschild zum Anhalten genötigt werden.

Die Verstöße werden hart bestraft, eine überfahrene rote Ampel kostet zwischen 90 und 360 Euro plus einigen Punkten in Flensburg. Ignorierte Stopschilder kosten den Sünder immerhin noch 25 bis 60 Euro, zusätzlich werden 1 bis 3 Punkte in der Kartei der Verkehrssünder fällig. Diese schlechte Verkehrsmoral ist mit verantwortlich für viele Unfälle. 2007 wurden 98 000 Verkehrsunfälle auf Kreuzungen und an Ampeln registriert, 413 Menschen verloren dabei ihr Leben.

Quelle: welt.de
Bild: Andreas Morlok (Pixelio)

Deutschland - Excite Network Copyright ©1995 - 2017