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Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf – Das müssen Sie als Käufer wissen

Lügen, Betrug, Abzocke – der Gebrauchtwagenmarkt ist ein hartes Pflaster. Rund sieben Millionen Gebrauchtwagen wechseln jährlich den Besitzer, fast jeder dritte Käufer hat danach mit Mängeln zu kämpfen, die vorab nicht angegeben wurden. Worauf sollten Sie beim Kauf achten?

    Pkw.de

1. Beachten Sie die Vertragsformulierungen

Verbraucherrechte und Sachmängelhaftung? Für einige Händler undenkbar. Dies ist auch der Grund, warum sie sich kurzerhand zur Privatperson erklären, denn so umgehen sie auf einfachem Wege beides. Dabei wird nicht nur das Vertrauen des Käufers missbraucht, sondern der Verkäufer begeht mit seiner groben Täuschung auch eine Straftat. Kommt Ihnen also der Verkäufer komisch vor, das Verkaufsgespräch wirkt ungewöhnlich professionell, und Sie fühlen sich bedrängt, seien Sie lieber vorsichtig. Achten Sie hier auch auf Formulierungen in den Kaufverträgen wie „Gekauft wie gesehen“ oder „Wie besichtigt und Probe gefahren“ – auch dies umgeht die Sachmängelhaftung.

2. Drum prüfe, wer sich bindet

Unfallschäden werden auf dem Gebrauchtwagenmarkt generell gern verschwiegen – ob vorsätzlich oder wirklich aus Unwissenheit. Was für ein lukratives Geschäft sich mit verunfallten Pkw machen lässt, haben inzwischen auch viele Händler erkannt: Nach dem Aufhübschen beim Karosseriebauer geht der Wagen direkt in den Verkauf – natürlich ohne die Angabe über die vorher bestehenden Schäden. Besichtigen Sie darum den Wagen genau, achten Sie auf Unterschiede bei den Spaltmaßen und schauen Sie, ob die Reifen unterschiedlich abgefahren sind. Auch die Fahrzeugleuchten geben Aufschluss über eventuelle Unfallschäden: Schauen Sie, ob das hierauf angegebene Produktionsdatum mit dem Baujahr des Fahrzeugs übereinstimmt.

3. Schauen Sie genau hin

Auch die Tachomanipulation ist laut Angaben des ADAC inzwischen schon fast zum Volkssport geworden – vor allem bei modernen Autos ist es mit dem richtigen Gerät so leicht wie nie, den Kilometerstand zurückzudrehen. Schätzungen zufolge wird jeder dritte Gebrauchtwagen vom Händler mit einem manipulierten Tacho angeboten, wodurch sich der Preis schnell um einige Tausend Euro hochschrauben lässt. Prüfen Sie darum, ob die Abnutzung des Innenraums zu den Tachoangaben passt, und schauen Sie, ob die Daten im Scheckheft, von HU-Belegen und Werkstattrechnungen mit dem aktuellen Kilometerstand übereinstimmen.

4. Nehmen Sie sich Zeit

Der Verkäufer redet und redet, preist das Auto in den höchsten Tönen an und gibt Ihnen eigentlich gar nicht die Möglichkeit, die Entscheidung zum Kauf noch einmal zu überdenken? Dann beherrscht der Verkäufer die Einwickel-Masche aus dem Effeff – wie genau so ein „Verkaufsgespräch“ aussehen kann, zeigt das humoristische Video des Gebrauchtwagenportals pkw.de. Bleiben Sie bei einem solchen Gespräch vor allem ruhig, treffen Sie keine vorschnellen Entscheidungen und überzeugen Sie sich selbst vom angeblich so einwandfreien Zustand des Fahrzeugs.

5. Zur Kasse bitte, aber nur bei einem seriösen Verkäufer

Anzahlung als Liquiditätsnachweis? Klingt logisch. Doch auch hier lauern oft Kriminelle, die sich lediglich Ihrer Kontodaten bedienen wollen. Besonders, wenn der Bargeldtransfer über Finanzunternehmen wie „Western Union“ oder „Money Gram“ gehen soll, ein anderer Name als der des Verkäufers angegeben ist und dieser lediglich den Einzahlungsbeleg verlangt, sollten Sie misstrauisch werden.

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